Sehenswertes von A - Z
Libanon
Anjar
Etwa 58 km von Beirut entfernt in der Beqaa, befindet sich Libanons einzige ummauerte Stadt, vom omayyadischen Kalifen Al-Wadi im frühen 8. Jahrhundert erbaut. Die Ruinen der Paläste, Souks, Bäder, Mauern und Kolonaden gesäumter Straßen erinnern an die ersten moslemischen Herrscher, die ihren Einfluß von Damaskus nach Spanien und Indien ausdehnten.
Baalbek & Beqaa
Die Akropolis von Baalbek im Beqaa Tal, 85 km von Beirut, ist die größte und besterhaltene Einheit römischer Architektur, die wir im Libanon haben.
Die Jupiter, Venus und Bacchus gewidmeten Tempel stammen aus dem 2. und 3. Jahrhundert. Die Ruinen von zwei Tempeln, zwei Höfe, die man durch Propyläen betreten kann, eine Umfassungsmauer, auf der arabische Architektur errichtet wurde und sechs ungeheure Säulen des einstigen Jupiter-Tempels ragen in den Himmel um dem Besucher von vergangenem Ruhm und Glanz zu berichten.
Die Beqaa ist das alte "Coele Syria" der Lateiner, die Kornkammer des antiken Rom. Die große 176 km lange, 15 km breite Hochebene war einst die Route für Karawanen. Alle, deren Wege durch das Beqaa Tal führten, haben ihre Spuren hinterlassen: Ägypter, Hethiter, Perser und Kreuzritter sind nur durch gezogen; andere, wie die Griechen, Römer und Byzantiner, hielten sich etwas länger auf, während sich wieder andere, z. B. die Araber, hier auch niederließen.
Beirut
Beirut, einst als das Paris des Nahen Ostens bezeichnet, wurde in den Kriegsjahren zum Symbol für Tod und Zerstörung.
Es ist wohl bezeichnend für unsere Medienlandschaft, daß von Ländern immer nur dann berichtet wird, wenn sich Katastrophen, Attentate oder sonstige Unglücksfälle ereignen. Meldungen über eine Beruhigung der Lage und vom Beginn des Wiederaufbaus finden nicht die zentrale Bedeutung in unseren Nachrichten. Eine derart fokussierte Berichterstattung zeichnet aber ein falsches Bild vom Leben in dieser Stadt.
Lernen Sie ein Beirut kennen, das wieder die Stadt werden möchte, die es einmal war: Schlendern Sie durch "Klein Eriwan", durch die Gassen von Bourj Hammoud, dem Armenierviertel, oder durchstreifen Sie das orientalisch moslemisch geprägte Basta Tahta auf der Suche nach Antiquitäten und Trödel.
Spannen Sie aus bei einem Spaziergang in frischer Meeresbrise entlang der Corniche, der Uferstraße Beiruts.
Werfen Sie einen Blick ins Sursock-Museum, allein schon die Architektur ist sehenswert. Erholen Sie sich vom "Einkaufsstreß" bei türkischem Kaffee in einem Straßencafé auf der Hamra, der Shoppingmeile Westbeiruts, genießen Sie die exzellente Küche des Landes und das wiedererweckte Nachtleben.
Beit ed Din
48 km südöstlich von Beirut steht dieser prachtvolle Palast, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Emit Bechir im Laufe von dessen 50-jähriger Regierungszeit erbaut wurde.
Mit seinen von Künstlern aus Damaskus dekorierten Arkaden, Galerien und Räumen stellt dieses Bauwerk ein Modell orientalischer Architektur des 19. Jahrhunderts dar. Heute beherbergt der Palast ein Museum feudaler Waffen, Kostüme und Juwelen als auch ein neu eingerichtetes archäologisches Museum und ein Museum byzantinischer Mosaiken.
Byblos
Rund zwei Dutzend Schichten menschlicher Kulturepochen machen Byblos zu einem der archäologisch reichsten Gebiete im Mittlerem Osten. Tausende von Jahren zuvor war Byblos die kommerzielle und religiöse Hauptstadt der phönizischen Küste.
Heute ist es eine der ältesten Städte der Welt, die auf mindestens 9000 Jahre zurück blicken kann. Byblos gab der Bibel ihren Namen und hier entstand auch das erste lineare Alphabet, der Vorläufer unseres modernen Alphabets.
Im heutigen Byblos, 36 km nördlich von Beirut, wurden die römischen mittelalterlichen Hafenanlagen repariert. Nahegelegene Zeugen der hiesigen Vergangenheit erstrecken sich zeitlich gesehen von der Steinzeit bis zu den Kreuzzügen.
Dieser alte Teil der Stadt mit seinen Cafés und Restaurants sowie mit dem ausgedehnten archäologischen Gebiet, das von der Kreuzfahrerburg überragt wird, macht Byblos zu einem interessanten Besichtigungsziel.
Jeita
Eine der schönsten Höhlen der Welt findet sich etwa 20 km nördlich von Beirut.
Die Höhlen werden im Boot über einen 623 m langen unterirdischen See besichtigt. Libanesische Speläologen sind 6200 m (vom Grotteneingang ab gerechnet) bis zum Ende des unterirdischen Flusses vorgestoßen. In dieser Höhle entspringt die Hauptquelle des Nahr el Kalb.
Saida
Seinen Namen hat dieses 41 km südlich von Beirut gelegene Hafenstädtchen von Saida, was "Fischen" bedeutet.
In der Zeit des Darius, gegen Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr., war Saida die Hauptstadt der fünften persischen Satrapie, der drittgrößte phönizische Stadtstaat und als Seemacht Rivalin von Byblos und Tyr.
Das Seeschloß, das 1228 von den Kreuzrittern erbaut wurde, die Große Moschee, die Ruine der Ludwigsburg, der Tempel des Eshmoun und die Nekropole mit ihren Katakomben und Höhlen sind eindrucksvolle Zeugen einer ruhmreichen Vergangenheit.
Tripolis
Die zweitgrößte Stadt des Libanon liegt 85 km nördlich von Beirut. Tripolis hat ihren Anteil an der langen Geschichte des Libanon, in der sie durch die Konföderation mit Sidon, Tyr und der Aradosinsel als Zentrum, von den Griechen die "dreifache" Stadt genannt wurde. Für jede der Städte, dieses Städtebundes, ergaben sich eigene Viertel, die zum Namen Tripolis mit beitrugen. Die moderne Stadt ist äußerst reich an Denkmälern der Kreuzfahrer- und Mamelukkenzeit.
Vom Fuß der Zitadelle erstreckt sich die Altstadt bis hin zum internationalen Hafen. Hier sind noch Mauern, der innere Hof und der gewaltige Torweg, der von den Franken erbauten Burg St. Giles zu besichtigen.
Bemerkenswerte Zeugen der mamelukischen Zeit sind die Teylan-Moschee und die Al-Attar-Moschee. Islamische, religiöse Schulen, bekannt als "madrassah" legen Zeugnis ab von der Glanzzeit Tripolis im Mittelalter.
Die alten Basare, Türme und Karawansereien fügen orientalischen Charme der Stadt hinzu, die heute ein blühendes Industrie- und Geschäftszentrum ist.
Tyrus
79 km südlich von Beirut, liegt die Inselstadt Tyr. Im 10 Jahrhundert v. Chr. baute König Hisham von Tyr zwei Häfen und einen Tempel im Festlandsbereich der Stadt. In dieser Zeit wurden die berühmten phönizischen Fertigkeiten in der Glasherstellung und in der Purpurfärbung entwickelt.
Bevor Alexander der Große Tyrus einnehmen konnte, mußte er die Stadt erst sieben Monate lang belagern. Der Damm, den Alexander dazu bauen mußte, verschlammte im Laufe der Zeit, so daß die Landenge von Tyrus entstehen konnte.
Trotz der Kriege, die hier häufig getobt hatten, ist die Altstadt von Tyrus in ihrem traditionellem Baustil bemerkenswert gut erhalten.

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